SSD beim Notebook nachrüsten

Wer mal eine SSD benutzt hat, wird sie nicht mehr hergeben wollen und der nachträgliche Einsatz ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Um ein älteres Notebook, das sich mit der Zeit langsam anfühlt wieder etwas auf Trab zu bringen, bietet sich eine SSD also ideal an. Die Kosten richten sich dabei maßgeblich nach der Größe. Was beim eigentlichen Einbau und der nachträglichen Nutzung der SSD beachtet werden sollte zeige ich hier an einem Beispiel.

Die Hardware

Notebook

Als Notebook wurde das Acer 8943G verwendet. Dieses verfügte bisher über zwei 500GB Festplatten, wovon eine das Betriebssystem, sowie die Anwendungen und die andere die Daten beherbergte. Der Austausch wird in diesem Fall nochmal erleichtert, da weniger Daten kopiert werden müssen. Wer eine SSD in einem freien Schacht nutzen möchte, sollte unbedingt vorher nachschauen ob der erforderliche Einbaurahmen vorhanden ist oder dieser separat beim Hersteller bestellt werden muss.

SSD

Hier fiel die Wahl auf die Crucial MX100 mit 512 GB Speicherkapazität für rund 155 Euro. Diese hat sich in diversen Tests bereits bewährt und ist im Hinblick auf die technischen Daten sehr ähnlich zur Samsung Evo 840. Letztere hat zuletzt jedoch auch mit einer fehlerhaften Firmware auf sich aufmerksam gemacht, sodass ich letztlich der Crucial den Vorzug gab. Als weiteres Zubehör liegt der SSD noch ein Adapter bei, mit dem eine Bauhöhe von 9,5 mm erreicht wird. Des Weiteren bekommt man eine Download-Version von Acronis True Image HD. Schrauben und Kabel sind nicht im Lieferumfang enthalten, werden in diesem Fall aber auch nicht benötigt.

Der Einbau

Beim Acer 8943G ist der Einbau recht schnell erledigt. Das Notebook besitzt auf der Unterseite zwei Serviceklappen. Unter der größeren befinden sich der Arbeitsspeicher, die WLAN-Karte und eine der Festplatten, die kleinere verdeckt die zweite Festplatte. Die Systemplatte befand sich in diesem Fall unter der größeren Serviceklappe. Nachdem diese entfernt wurde, muss die Festplatte leicht nach links geschoben und kann dann nach oben weggenommen werden. Der Rahmen lässt sich einfach von der bisherigen HDD abschrauben und an der SSD montieren, vorher sollte aber der beiliegende Adapter an der SSD angebracht werden. Die Schrauben können einfach übernommen werden. Ist die SSD samt Rahmen wieder eingesetzt und die Serviceklappe montiert kann das Notebook gestartet werden.

Acer 8943G - Unterseite geöffnet
Acer 8943G – Unterseite geöffnet

Die Einrichtung

Installation

Beim ersten Start kann direkt im BIOS kontrolliert werden ob die SSD ordnungsgemäß erkannt wurde. Sofern noch nicht gesehen ist es empfehlenswert hier auch direkt AHCI zu aktivieren. Anschließend folgt die standardmäßige Installation des Betriebssystems. In diesem Fall wurde das auch zuvor verwendete Windows 7 Home Premium aufgespielt. Windows erkennt automatisch, dass es auf einer SSD installiert wurde, zusätzliche Anpassungen sind also nicht zwingend erforderlich. Wer möchte kann aber natürlich weitere Optimierungen vornehmen, wie bspw. die Deaktivierung des SuperFetch, ReadyBoost und Indexdienstes.

Hat man das Installationsmedium vom Hersteller benutzt, sind meistens alle Treiber bereits installiert, allerdings auch weitere Software, die eventuell unnötig ist. Daher nutze ich immer die originale Windows Installations-DVD und lade danach die Gerätetreiber direkt beim Hersteller herunter. Weitere Zusatzsoftware wird nur nach Bedarf aufgespielt. Unter Umständen kann es vorkommen, dass der Produkt-Key des Herstellers nicht von der originalen Windows DVD akzeptiert wird. In einem solchen Fall kann man entweder auf das Klonen der Festplatte umschwenken oder man sichert zuvor die Aktivierung Advanced Token Manager.

Klonen

Eine weitere Möglichkeit wäre auch, wie bereits erwähnt, die alte Festplatte vollständig auf die neue SSD zu klonen. Das hat den Vorteil, dass keine Anwendungen neuinstalliert werden müssen und eine Rücksicherung der Daten ebenfalls nicht nötig ist. Das ginge bspw. mit der Acronis True Image HD Software, die der SSD beiliegt. Allerdings holt man sich so gegebenenfalls Altlasten auf die SSD, die man gar nicht mehr braucht. Empfehlen würde ich daher eine saubere Neuinstallation des Systems.

Ergebnis

Nach Installation aller genutzten Anwendungen und der vollständigen Einrichtung beträgt die Startzeit gerade einmal ca. 23 Sekunden. Eine SSD lohnt sich also fast immer, um noch mehr Leistung aus dem entsprechenden Gerät zu holen. Vor dem Kauf ist es aber durchaus ratsam zu kontrollieren, ob ein Tausch der Festplatte ohne weiteres möglich ist, bei einigen Geräten wird dies nämlich enorm erschwert.

Selbstverständlich gibt es auch noch zahlreiche weitere SSD-Hersteller, weshalb ich empfehle sich einfach vorher zu informieren und Testberichte zu lesen. Auch mit einer günstigeren und möglicherweise nicht ganz so schnellen SSD wird man den Unterschied aber merken. Sofern man die SSD im herkömmlichen Computer nutzen möchte, kann sich auch ein vollständiges Kit mit Einbaurahmen und weiterem Zubehör lohnen.

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