Microsoft Deployment Toolkit, Teil 1: Grundlagen

Aufbauend auf die Grundlagen zur automatischen Installation von Windows, erkläre ich hier die erste Nutzung des Microsoft Deployment Toolkit (MDT), zur Installation von Windows Betriebssystemen. Dies ist aber nur eine der vielen Möglichkeiten Windows über das Netzwerk zu verteilen und eine möglichst automatische Installation durchzuführen. Im Vordergrund stehen hier die erste grundsätzliche Konfiguration, sowie die Installation eines Abbilds auf einem Client.

Voraussetzungen für MDT

Als Betriebssystem kann hier neben den bekannten Server-Versionen, auch Windows 7 oder Windows 8 genutzt werden, um die Installationsabbilder bereitzustellen. Auf dem gewählten System müssen nur das Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) und das MDT installiert werden.

Zusätzlich wird eine Installations-DVD bzw. ein Image benötigt, auf der die Windows Version enthalten ist, die man später auf den anderen Systemen installieren möchte. Wer dies als Produktivsystem umsetzen möchte, benötigt zudem natürlich noch die entsprechenden Lizenzen für die Betriebssysteme, das MDT und ADK wird aber kostenlos zur Verfügung gestellt.

Installation des Windows ADK

Das Windows ADK ist im Grunde die neue Version des WAIK (Windows Automated Installation Kit). Nach dem Ausführen der heruntergeladenen exe-Datei, kann zwischen der Installation und dem Herunterladen der Installationsdateien gewählt werden. Letzteres bietet sich bspw. an, wenn die Installation auf einem Server stattfinden soll, der keine schnelle Anbindung an das Internet besitzt. Die weiteren vordefinierten Einstellungen während der Installation können beibehalten werden. Der Download und die Installation kann je nach Internetverbindung etwas dauern, da das Paket recht groß ist.

Installation des Windows ADK
Installation des Windows ADK

Installation des Microsoft Deployment Toolkit

Ebenfalls direkt bei Microsoft zum freien Download verfügbar ist das MDT. Mit rund 25 MB ist es auch deutlich kleiner und bedarf während der Installation keiner besonderen Auswahl an Optionen. Bei Bedarf kann beim Download auch zusätzlich die Dokumentation mit ausgewählt werden. Verfügbar ist die Installationsdatei für x86- und x64-Systeme.

MDT Konfiguration

Einrichtung der Bereitstellungsfreigabe

Sind beide Komponenten installiert, kann die erste Bereitstellungsfreigabe erstellt werden. Hier werden die entsprechenden Abbilder gespeichert, die zur Installation auf den Clients genutzt werden. Zur Einrichtung wird zunächst über Start –> Alle Programme –> Microsoft Deployment Toolkit die Anwendung Deployment Workbench gestartet.

Links in der List wird über einen Rechtsklick auf Deployment Shares und der Auswahl von New Deployment Share der Assistent gestartet. In diesem werden zunächst der Ort, der Name und die Beschreibung der Freigabe festgelegt. Bei Bedarf können diese natürlich angepasst werden. Die darauffolgenden Optionen legen fest, welche Angaben bei der Verteilung des Betriebssystems abgefragt werden sollen. Ask for a product key würde bspw. dazu führen, dass der Nutzer während der Installation einen Produktschlüssel eingeben kann.

 

Wurden die Optionen gewählt, wird eine Übersicht angezeigt, welche ebenfalls bestätigt werden muss. Danach wird die Freigabe erstellt und sofern kein Fehler aufgetreten ist, wird diese unter Deployment Shares als Unterpunkt aufgeführt.

Betriebssystemdateien importieren

Erweitert man die soeben erstellte Bereitstellungsfreigabe, finden sich weitere Unterpunkte. Darunter auch Operating Systems. Über einen Rechtsklick findet sich hier die Option Import Operating System, die als nächstes ausgewählt wird.

Nun wird gefragt, welcher Typ von Betriebssystem hinzugefügt werden soll, alle drei Optionen sind zudem kurz erklärt. In diesem Fall wird Full Set of source files gewählt, um erst einmal ein Standard Windows auf die Clients zu installieren. Die erforderlichen Dateien können im nächsten Schritt als Ordner angegeben werden oder man legt die DVD in das optische Laufwerk und wählt dieses als Quelle aus.

Der vordefinierte Name beschreibt das Betriebssystem meistens ausreichend gut, kann aber ebenfalls geändert werden. Im Anschluss erfolgen der Import der Dateien und eine kleine Zusammenfassung des Prozesses. Sollten hier mehrere Betriebssystemversionen aufgelistet werden ist das durchaus normal. Da auf einer Windows 7 Pro DVD meist auch die Katalogdateien für Home Basic und die weiteren Versionen vorhanden sind.

Importieren der Dateien für das Betriebssystem
Importieren der Dateien für das Betriebssystem

Task Sequenz erstellen

Wie bereits oben erwähnt befinden sich mehrere Katalogdateien auf einer Windows Installations-DVD. Mit einer Task Sequenz wird unter anderem gesteuert, welche Version installiert wird. Es muss also auch hier mindestens eine erstellt werden, über einen Rechtsklick auf Task Sequences und der Auswahl von New Task Sequenz öffnet man auch hier den Assistenten.

Die Daten im ersten Schritt sind für denjenigen interessant, der später das Betriebssystem installiert. Da die Bezeichnung und Beschreibung später zur Auswahl des Installationsabbilds genutzt werden. Als Template kann ruhig das Standard Template beibehalten werden und bei Operating System wird die gewünschte Version des Betriebssystems gewählt. Nachfolgend werden dann noch Benutzername, IE-Startseite und Admin Password definiert. Diese können aber auch während der Verteilung noch überschrieben werden. Für die erste Anwendung reichen hier Testdaten aus.

Erstellen einer neuen Task Sequenz
Erstellen einer neuen Task Sequenz

Startmedium für die Installation erstellen

Um die Installation auf dem Client durchzuführen, muss dieser erstmal mit einem Windows PE gestartet werden. Dieses ist nur dafür da, eine Verbindung mit der Bereitstellungsfreigabe herzustellen und die gewählte Task Sequenz auszuführen.

An die iso-Dateien für das Startmedium gelangt man, indem das Deployment Share mit einem Rechtsklick angewählt und der Punkt Update Deployment Share gestartet wird. Der folgende Assistent kann mit zwei Klicks auf Next bestätigt werden, weitere Einstellungen sind hier nicht nötig. Wurde der Prozess erfolgreich durchgeführt, befinden sich nun die LiteTouchPe iso-Dateien in der Bereitstellungsfreigabe, im Unterordner Boot.

 

Ob man nun das x86- oder x64-Medium nutzt hängt natürlich von den eingesetzten Systemen ab, für beide bestehen nun zwei Möglichkeiten. Entweder man brennt sie auf eine CD, um mit dieser dann die Computer zu starten oder man nutzt einen startfähigen USB Stick.

Erstellung eines USB-Sticks für die Installation

Um einen USB-Stick zu nutzen sind folgende Schritte nötigt:

  • Unter Start –> Alle Programme –> Windows Kits –> Windows ADK, muss die Anwendung Umgebung für Bereitstellungs- und Imageerstellungstools gestartet werden
  • Nun gibt man diskpart ein und bestätigt mit Enter
  • Nach Eingabe und Bestätigung von list disk werden alle installierten Laufwerke angezeigt
  • select disk nummer wählt den Stick aus (die Nummer steht in der Ausgabe des vorhergehenden Schrittes)
  • clean löscht den Stick vollständig
  • create partition primary erstellt eine neue Partition
  • select partition 1 wählt die zuvor erstellte Partition aus
  • format fs=fat32 quick formatiert den Stick im angegebenen Format
  • active markiert die Partition als aktiv
  • exit verlässt disk part
  • Nun muss die entsprechende iso-Datei entpackt werden (z.B. mit 7zip) und die Dateien können mit dem Explorer auf den Stick kopiert werden. Mit dem xcopy Befehl geht das natürlich auch auf der Kommandozeile.

Installation von Windows

Nun kann die erste Installation von Windows über MDT durchgeführt werden. Der Computer wird nun mit Hilfe des zuvor erstellten Mediums gestartet. Eventuell muss die Boot-Reihenfolge angepasst werden. Einige ältere Systeme unterstützen möglicherweise auch nicht den Start über USB, in der Regel sollte dies aber nichtmehr der Fall sein.

Nachdem Start des Boot-Mediums wird mit Run the Deployment Wizard to install a new Operating System, der Installationsprozess gestartet. Nun muss erstmal eine Verbindung mit der Freigabe hergestellt werden. Sofern keine Domäne existiert kann im Feld Domain einfach die Arbeitsgruppe eingetragen werden. Username und Passwort müssen ausgefüllt werden, ein Passwort muss also existieren.

Nun wird die gewünschte Task Sequenz gewählt und weitere Daten vergeben. Je nach dem was zuvor bei der Bereitstellungsfreigabe konfiguriert wurde, erscheinen hier mehr oder weniger Abfragen. Anschließend wird die Installation begonnen.

 

Abschluss

Wurde die gewünschte Windows Version erfolgreich installiert, können noch weitere Anpassungen vorgenommen werden. Der Funktionsumfang des MDT umfasst natürlich noch weitere Funktionen, als die hier vorgestellten. Mit dieser Grundlage lassen sich aber leicht weitere Anpassungen vornehmen, sodass im späteren Verlauf der Installationsprozess genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.

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