Microsoft Deployment Toolkit, Teil 2: Antwortdateien

Nach dem ersten Teil existiert bereits ein funktionierendes System, mit dem sich über MDT ein Windows installieren lässt. In diesem Teil geht es nun schlussendlich darum, die Installation wirklich weitestgehend automatisch durchzuführen. Hierfür gibt es drei Dateien, die einem die Arbeit enorm erleichtern können und die ich hier kurz mit einer Beispielkonfiguration vorstelle.

Bootstrap.ini

Erreichbar ist diese Datei über einen Aufruf der Eigenschaften, der Bereitstellungsfreigabe. Hier navigiert man zum Reiter Rules, wo sich über den kleinen Button unten rechts die Bootstrap.ini öffnen lässt.

Bootstrap.ini öffnen
Bootstrap.ini öffnen

Hier können die Benutzerdaten für die Freigabe hinterlegt werden, damit diese nicht bei jeder Installation abgefragt werden. Man fügt dazu einfach unter [Default] die folgenden Zeilen ein:

UserID=Username
UserPassword=Passwort
UserDomain=Domain/Arbeitsgruppe

Wichtig hierbei ist, dass diese genau in der angegebenen Reihenfolge stehen müssen.

Bootstrap.ini Bearbeitung
Bootstrap.ini Bearbeitung

Bei Änderungen an dieser Datei, müssen im Anschluss die Boot-Images neu erstellt werden. An dieser Stelle darf auch ein Sicherheitshinweis nicht fehlen, denn die Nutzerdaten werden im Klartext, auf dem Startmedium hinterlegt. Wenn man also nicht weiß, welche Personen dies im Anschluss nutzen, sollte man diese Funktion mit Vorsicht genießen. In einer Domain könnte man bspw. einen User erstellen der Zugriff auf die Freigabe erhält und für die Installation genutzt wird, der sonst aber keinerlei Berechtigungen besitzt.

CustomSettings.ini

Im zuvor geöffneten Reiter Rules lässt sich auch die CustomSettings.ini konfigurieren. Diese steuert maßgeblich den Installationsprozess und kann um folgende Zeilen erweitert werden, um keine weiteren Einstellungen während der Installation zu tätigen:

SkipBDDWelcome=YES
SkipUserData=YES
SkipSummary=YES
SkipFinalSummary=YES

Diese vier Befehle bewirken, das der Willkommensbildschirm, die Sicherung eventuell vorhandener Nutzerdaten und Zusammenfassungen übersprungen werden.

SkipDomainMembership=YES
JoinWorkgroup=Workgroup
oder
JoinDomain=domain.local
DomainAdmin=Administrator
DomainAdminDomain=domain.local
DomainAdminPassword=password

SkipComputerName=YES
OSDComputerName=ComputerName

Hierdurch wird der Computer direkt einer Arbeitsgruppe oder Domain zugeteilt und erhält einen Namen. Die Konfigurationsseite wird somit während der Installation ebenfalls übersprungen.

SkipTimeZone=Yes
TimeZone=110
TimeZoneName=W. Europe Standard Time

SkipLocaleSelection=YES
UserLocale=de-DE
InputLocale=de-DE
KeyboardLocale=de-DE

Hiermit wird die Auswahl der Zeitzone und lokalen Einstellungen übersprungen. Die Werte im Beispiel sind die allgemein in Deutschland verwendeten, können aber nach Bedarf angepasst werden.

_SMSTSOrgName=Windows 7 Installation

Diese Zeile ist eigentlich nur ein optisches Feature. Der frei wählbare Text erscheint später während der Installation auf dem Bildschirm. Möglich wäre hier zum Beispiel eine Angabe des Unternehmens.

Mit diesen Einstellungen sollte die Installation nun bereits vollautomatisch und unbeaufsichtigt laufen. Lediglich die Auswahl der Task Sequenz wäre noch nötig, kann aber ebenfalls durch

SkipTaskSequence=YES
TaskSequenceID=IDderSequenz

voreingestellt werden.

CustomSettings.ini Bearbeitung
CustomSettings.ini Bearbeitung

Unattend.xml

Bei dieser Datei handelt es sich um eine Antwortdatei, die ebenfalls genutzt werden kann, um verschiedenste Einstellungen bereits bei der Installation festzulegen. Sie wird für jede Task Sequenz separat definiert. Um diese anzupassen ruft man die Eigenschaften, der entsprechenden Task Sequenz auf und wählt den Reiter OS Info. Ein Klick auf den Button Edit Unattend.xml öffnet den Windows System Image Manager, der zur Bearbeitung der Datei genutzt wird.

 

Hier gibt es eine Vielzahl an Einstellungen die konfiguriert werden können. Man könnte bspw. OEM-Informationen hinterlegen oder bestimmte Konfigurationen für den Internet Explorer vornehmen. Über den Bereich unten links können einzelne Komponenten zu den verschiedenen Phasen der Installation hinzugefügt werden.

Wurden die gewünschten Einstellungen vorgenommen kann man die Datei speichern, hierbei wird direkt eine Prüfung vorgenommen, ob alle Felder mit korrekten Werten gefüllt wurden. Ein Doppelklick auf eine Warnung oder einen Fehler, führt direkt zur entsprechenden Stelle in der Antwortdatei, um diese zu bearbeiten.

Abschluss

Die hier gezeigten Einstellungen sind natürlich nur ein Teil der möglichen Konfigurationen. Sie können als Grundgerüst für eine automatische Installation genutzt werden und letztlich an die eigenen Voraussetzungen angepasst werden. Besonders in der Unattend.xml sind die Möglichkeiten sehr groß, zudem wurden zu diesem Zeitpunkt noch keine Treiber oder Anwendungen zu den Installationen hinzugefügt.

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Microsoft Deployment Toolkit, Teil 2: Antwortdateien
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