Microsoft Deployment Toolkit, Teil 3: Treiber

Mit Abschluss des zweiten Teils zum MDT, läuft die Installation bereits weitestgehend automatisch. Nun wäre es natürlich noch gut, wenn die erforderlichen Treiber für das System ebenfalls mitinstalliert werden. Welche Möglichkeiten es hierfür gibt, zeige ich hier anhand eines Beispiels.

Treiber vorbereiten

Die Installation zeige ich hier beispielhaft für ein HP Elitebook 8440p. Die Treiber für das Gerät gibt es natürlich auf der Webseite von HP, allerdings werden dort nur ausführbare exe-Dateien heruntergeladen. Das MDT erkennt die Treiber, aber anhand von inf-Dateien.

Eine Möglichkeit ist nun die Treiber einfach aus der exe-Datei zu extrahieren. Hierzu kann man das kostenlose 7zip nutzen. Im Kontextmenü der Datei wählt man dazu unter 7zip den Punkt Extract to… aus. Wurde dies mit allen Treibern durchgeführt schiebt man sie am besten in einen gemeinsamen Ordner.

Treiberdateien entpacken
Treiberdateien entpacken

Treiber zum MDT hinzufügen

Im Deployment Workbench gibt es nun verschiedene Möglichkeiten die Treiber hinzuzufügen. Generell steht hierfür der Punkt Out-of-Box Drivers bereit. Man sollte allerdings nicht einfach alle Treiber über Import Drivers hinzufügen. Die sauberste Lösung ist, für jedes zu installierende System, erstmal einen eigenen Ordner anzulegen. Man wählt also New Folder und vergibt einen Namen, z.B. die Modellnummer.

Neuen Treiberordner erstellen
Neuen Treiberordner erstellen

Wurde der Ordner erstellt, öffnet man das Kontextmenü und wählt den Punkt Import Drivers. Daraufhin öffnet sich ein weiterer Assistent. Hier kann nun der zuvor erstellte Ordner mit den Treibern ausgewählt werden. Mit einem Klick auf Next beginnt das MDT nun den Ordner und die Unterordner zu durchsuchen.

Nach Abschluss des Prozesses werden eventuell Warnungen angezeigt. Dies liegt häufig daran, das sich Treiber im Ordner befinden die nicht für das Betriebssystem oder die Plattform bestimmt sind. Im Screenshot sind z.B. Warnungen zum Treiber des Card-Readers zu sehen, da dieser nicht für 64-Bit Betriebssysteme gedacht ist. Da aber sowohl für 32-Bit, als auch 64-Bit, die Treiber im Ordner liegen ist dies kein Problem.

Abschluss des Treiberimports
Abschluss des Treiberimports

 

Selection Profile

Nun benötigt man noch ein Auswahlprofil. Dazu wird unter Advanced Configuration und Selection Profiles ein neues angelegt und entsprechend benannt. In der folgenden Auswahl setzt man einen Haken beim zuvor erstellten Treiberordner.

Task Sequenz anpassen

Damit die Treiber nun auch installiert werden, müssen noch die Eigenschaften der entsprechenden Task Sequenz aufgerufen werden. Hier wechselt man zum Reiter Task Sequence und wählt links unter Preinstall den Punkt Inject Drivers. Rechts lässt sich nun das eben erstellte Auswahlprofil unter Choose a selection profile wählen.

Auswahlprofil in der Task Sequenz festlegen
Auswahlprofil in der Task Sequenz festlegen

Abschluss

Wird nun eine Installation mit der Task Sequenz durchgeführt, werden die gewählten Treiber auf dem Gerät installiert. Für weitere Systeme sollten neue Ordner angelegt werden, die dann wiederum mit den entsprechenden Gerätetreibern gefüllt werden.

Alternativen

Natürlich könnte man nun auf die Idee kommen, einfach alle Treiber für sämtliche Systeme unter Out-of-Box Driver hinzuzufügen. Das funktioniert bei wenigen unterschiedlichen Geräte auch noch. Allerdings wird mit steigender Anzahl von Systemen und Treibern die Installation immer langwieriger, da die Suche nach passenden Treibern länger dauert. Die beste Lösung ist also eigene Ordner und vielleicht auch Task Sequenzen zu nutzen, da so auch die Treiberpflege erleichtert wird.

Microsoft Deployment Toolkit, Teil 3: Treiber
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1 Gedanke zu “Microsoft Deployment Toolkit, Teil 3: Treiber

  1. Hier wäre noch interessant zu erwähnen, dass bei ordentlicher Ordnerstruktur, sehr wohl alle Treiber für alle Systeme integriert werden können.
    Beispielsweise:
    Windows7\x64\dell inc\Latitude E6500

    Hier kann man dann über %manufacturer% und %model% die Tasksequnce so einrichten, dass beim Deployment nur Treiber des jeweiligen Systems installiert werden. Ist natürlich sehr grob angerissen, aber dies ist eine super schöne Möglichkeit viele unterschiedliche Systeme schnell und sauber aufzusetzen.

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