Sternenblick mit AR

Ob als Hobby, aus Interesse oder durch einen Zufall, den Sternenhimmel hat wohl jeder schon einmal betrachtet. Doch wer sich immer schon gefragt hat, wie man Sternenbilder erkennt oder was in den weiten unseres Universums zu finden ist, bekommt mit der universe2go Brille nun das ideale Hilfsmittel an die Hand. Mit Unterstützung von Augmented Reality erfährt man so alles Wissenswerte und bekommt einen vollkommen neuen Blick auf die Sterne.

Ein Überblick

Die interaktive Sternenbrille universe2go ist praktisch ein mobiles Planetarium. Statt also nur in den Himmel zu blicken, erhält man zahlreiche Zusatzinfos und zwar direkt im eigenen Blickfeld. Ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts ist die gleichnamige App, welche bei Google Play und im AppStore von Apple zum Download bereitsteht. Neben einer kostenlosen Sternenkarte, enthält diese auch den sogenannten Planetariumsmodus, welcher zu Beginn freigeschaltet werden muss. Dieser bietet insgesamt acht unterschiedliche Modi, die für viel Abwechslung sorgen:

  • Starter: In diesem Modus stehen vor allem Sternenbilder im Fokus, die jeweils inklusive Erklärung erscheinen.
  • Entdecker: Möchte man auch die Sterne innerhalb der verschiedenen Sternenbilder betrachten und genau unter die Lupe nehmen, ist dieser Modus die perfekte Wahl.
  • Mythologie: Hier wird eine direkte Verbindung zwischen Geschichte und Sternen hergestellt, um zu erklären was bspw. die alten Griechen am Nachthimmel ablesen konnten.
  • Deep-Sky: In diesem Modus wird es besonders interessant, denn man taucht besonders tief in die Materie an. Ferne Galaxien und andere Objekte, die man sonst nicht zu sehen bekommt, tauchen nun im Sichtfeld auf.
  • 3-D: Um die Entfernungen der Objekte besser zu erfassen, setzt der Hersteller eine besondere Visualisierung ein. Die einzelnen Sternbilder, Nebel und Planeten bekommen eine gewisse Tiefe, wodurch leicht zu erkennen ist, wie weit oder nah diese eigentlich sind.
  • Experten: Für erfahrene Sternengucker bietet dieser Modus die Möglichkeit zur Filterung. Es lassen sich bspw. alle Planeten ausblenden oder nur diese anzeigen.
  • Quiz: Zum Test des eigenen Wissens kann man sich in diesem Modus auf die Suche nach Sternenbildern schicken lassen.
  • Suche: Weiß man schon vorher was man sich ansehen will, aber nicht wo sich dies befindet, kann man die Suche verwenden, welche direkt zum Ziel führt.

Systemvoraussetzungen

Zahlreiche Smartphones können uneingeschränkt mit der universe2go Sternenbrille genutzt werden. Folgende Bedingungen gelten allerdings:

  • Maximalemaße des Smartphones: 147 x 74 x 11 mm (L x B x H)
  • Mindestens iOS Version 7.0 oder höher bzw. Android Version 4.2 oder höher
  • Zudem sind folgende Sensoren erforderlich: GPS, Gyro, Beschleunigung, Kompass

Praxistest

Die Einrichtung

Auf den ersten Blick ist der Lieferumfang überschaubar, ein Handbuch, die Brille, Trageriemen und ein Aufbewahrungsbeutel. Die ersten Schritte werden kurz in der Anleitung erklärt, was für den Einstieg allemal ausreichend ist. Daher wird direkt danach erstmal die App aus dem jeweiligen App-Shop heruntergeladen und installiert.

universe2go Sternenbrille (Quelle: universe2go)
universe2go Sternenbrille (Quelle: universe2go)

Bei der Brille selbst wird es nun etwas kniffliger. Um das Smartphone passgenau einzusetzen, hat der Hersteller verschiedene Schaumstoff-Stücke beigelegt. Diese kann man so platzieren, dass nichts mehr wackelt oder verrutscht und im Anschluss festkleben, indem man die Schutzfolie abzieht. Für den Trageriemen gibt es zwei Halter links und rechts an der Brille. Dies fallen leider etwas zu flexibel aus, da es sich dabei nur um Gummilaschen handelt. Eine etwas stabilere Lösung wäre hier praktischer gewesen.

Sternenbrille - Offen (Quelle: universe2go)
Sternenbrille – Offen (Quelle: universe2go)

Im Grunde war es das aber schon, denn nun kann man einfach die universe2go-App starten, die erklärt, in welcher Richtung das Smartphone in die Halterung eingelegt werden muss. Als nächstes folgt eine Kalibrierung, um das Sichtfeld genau an die reale Welt anzupassen. Hierbei erhält man sowohl textuelle Erklärungen, wie auch eine sprachgesteuerte Hilfe. Beim ersten Versuch muss man ein wenig probieren, an sich gelingt die Kalibrierung aber recht schnell.

Der erste Eindruck

Schon der erste Blick durch die Brille lässt sich nur mit beeindruckend beschreiben. Nach ein paar Hinweisen kann man sich frei bewegen und die Sterne anpeilen, die einen gerade interessieren. Insgesamt ist es schnell möglich die Zeit zu vergessen, da die verschiedenen Modi interessant gestaltet sind und der Audio-Guide immer wieder neue Funktionen gut erläutert.

Die Sternenbrille hat also schon das gewisse Etwas und macht das was sie soll. Allgemein ist es sehr interessant, welche Sterne um einen herum zu sehen sind, was sie bedeuten und vor allem was sich noch dahinter verbirgt. Wie bei Virtual Reality oder anderen AR-Systemen, lässt sich das Nutzererlebnis aber nur schwer in Worte fassen.

Tragekomfort

In diesem Punkt muss ich ein paar kleine Abstriche machen, was unter anderem an den bereits erwähnten Haltern für den Trageriemen liegt. Ein etwas stabilerer Sitz der Brille wäre von Vorteil, wobei das Gehäuse selbst auch nur eine kleine Aussparung für den Nasenrücken besitzt. Weitere Anpassungen an die Kopfform oder ähnliches sind also nicht möglich.

Sternenbrille - Rückansicht (Quelle: universe2go)
Sternenbrille – Rückansicht (Quelle: universe2go)

Fazit

Ob sich die Anschaffung lohnt oder nicht, muss natürlich jeder selbst entscheiden, allerdings sollten Interessierte und Hobby-Sternengucker definitiv einen Blick riskieren. Ich kann die universe2go AR Brille in jedem Fall empfehlen, wenn man sich für das Thema interessiert. Das Erlebnis ist wirklich beeindruckend und es gibt enorm viel zu entdecken. Selbst wenn man sich alle Sternenbilder in der Umgebung angeguckt hat und mal in den Deep-Sky-Modus wechselt, merkt man schnell wie viel Inhalt es zu sehen gibt. Perfekt wäre noch eine Möglichkeit Kopfhörer anzuschließen, um möglicherweise andere in der näheren Umgebung nicht zu stören. Die genannten Punkte bezüglich des Komforts sind zudem eher Verbesserungsvorschläge und schmälern keines Wegs die beeindruckende Sicht auf die Sterne. Insgesamt also eine durchaus gelungenes Gadget!

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